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  • #5146
    MarkusP
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich würde hier gerne meine Erfahrungen mit einer erfolgreichen Bekämpfung einer langwierigen bakteriellen Infektion berichten.
    Nach einer Nasennebenhöhlen-Operation Anfang des Jahres litt ich fast permanent unter starken Schmerzen im Bereich der hinteren Nase (Nasenrachen/Nasopharynx). Meine Befürchtung war zunächst, dass bei der OP etwas schief gelaufen ist, da sich meine Nase extrem trocken anfühlte und auch mein Geruchs- und Geschmackssinn darunter litt. Darüber hinaus lief mir ständig extrem zäher Schleim den Rachen hinunter, was des Weiteren einen Räusperzwang und Halsschmerzen auslöste. Der gelb-grüne Schleim war so zäh und so viel, dass ich mich anhörte als hätte ich permanent eine verstopfte Nase. Vorne tropfte jedoch nichts aus der Nase heraus, es lief alles über den Rachen ab (sogenanntes Post-Nasal-Drip-Syndrom). Der Schleim wurde jedoch nicht in den Nebenhöhlen gebildet, sondern direkt im Nasenrachen.
    Monatelang hielten mich verschiedene Ärzte mit nutzlosen Salben hin, es wurde ein Allergietest gemacht (der in allen Belangen negativ war) etc. Nichts half. Bis endlich ein Abstrich gemacht wurde, bei dem herauskam, dass ich den Keim Staphylococcus aureus in der Nase hatte. Offenbar hat dieser die Abheilung der OP-Narben verhindert und zu einer chronischen Entzündung geführt (die jedoch trotz mehrfacher endoskopischer Untersuchung kein Arzt festgestellt hat!).
    Ich wurde mit drei verschiedenen Antiobiotika (Salben und auch systemisch) behandelt. Die Infektion ging zurück, kam aber nach spätestens einer Woche wieder und mit ihr auch die Schmerzen.
    Gegebenenfalls hätte eine langwierige Antiobiotika-Behandlung (über mehrere Wochen/Monate hinweg) geholfen. Davon waren die Ärzte aber nicht begeistert, man befürchtete damit Resistenzen zu bilden und wollte sich lieber darauf verlassen, dass mein Körper irgendwann selbst fertig damit wird (was er ja die sechs Monate zuvor aber auch nicht geschafft hatte).
    Notgedrungen bin ich selbst auf die Suche gegangen und habe viel recherchiert.
    Dabei bin ich auf eine Creme gestoßen, die bspw. in den Niederlanden verkauft wird und Endolysine gegen Staphylococcus aureus enthält, die von Bakteriophagen produziert werden. Eigentlich soll diese Creme bei Neurodermitis, Rosazea oder Akne verwendet werden, wenn sich aufgrund der wiederkehrenden Infektion mit S. aureus Ekzeme bilden.
    Ich habe mir diese Creme besorgt (kann man im Internet bestellen) und mehrmals täglich tief in die Nase geschmiert. Nach etwa einer Woche war ich schmerzfrei. Ich habe mit meinen eigenen Augen sehen können, wie dieser bakterielle Biofilm aus meiner Nase „gespült“ wurde und wie die Produktion des zählen Schleims nach und nach aufhörte.
    Da ich nicht weiß, ob man die Firma/den Verkäufer hier nennen darf, habe ich nichts dazu geschrieben. Ob man jetzt dort die Endoylsin-Creme kauft oder Bakteriophagen aus bekannten Quellen, macht, glaube ich, kaum einen Unterschied. Der Vorteil ist, dass gegen das Endolysin wohl keine Resistenzen zu erwarten sind, im Gegensatz zu den Bakteriophagen, die diese produzieren. Der Nachteil ist, dass man die Creme natürlich nicht überall verwenden kann (Inhalation und Einnahme bspw. nicht möglich).

    Ich schreibe das in der Hoffnung, dass es in Zukunft jemandem in einer ähnlichen Situation helfen könnte. Ich war zwischenzeitlich jedenfalls sehr verzweifelt, da mir kein Arzt mit den Schmerzen helfen konnte und ich zum Teil auch nicht ernst genommen wurde. Ansonsten kann ich nur den Rat geben, über eine Nasen-OP mehrmals nachzudenken.
    Es kann nämlich genauso gut sein, dass der Grund für die OP eine unbehandelte bakterielle Entzündung der Nebenhöhlen ist. Dann bringt die OP nämlich nicht unbedingt etwas. Von daher würde ich es immer zuerst mal mit der Inhalation von Phagen (mit einem speziellen Inhalationsgerät für Nebenhöhlen) versuchen, bevor man sich unnötigerweise unters Messer legt. Dass die Ärzte möglichst viel operieren wollen, ist einfach nicht von der Hand zu weisen. Mit den Beschwerden/Folgen darf man dann aber selbst fertig werden, wie ich erfahren musste.

    Danke auch für diese Seite, die einem einen Einblick in eine Welt gibt, von der die meisten Ärzte in Deutschland leider absolut keine Ahnung haben. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass die Phagentherapie in den nächsten Jahren mit zunehmendem Auftreten von (nosokomialen) Keimen wie MRSA einen Aufwind erfahren wird.

    Grüße!

    #5174
    Ron
    Teilnehmer

    Hallo Markus,
    ich habe auch eine chronische Nasennebenhöhleninfektion.
    Übrigens dazu mal in die Runde eine übergeordnete Frage:
    In der Medizin wird oft nur von „Entzündungen“ „gesprochen“!
    Frage dazu:
    Was ist denn nun der Unterschied zwischen einer „Entzündung“ und einer „Infektion“?
    Anmerkung dazu:
    Wenn oft nur von „Entzündungen“ „gesprochen“ wird, aber nie ein Mediziner auf eine „Infektion“ durch Labore untersuchen lässt, dann kann der Mediziner ja immer wieder „nur“ von „Entzündungen“ sprechen? Oder?

    Mein Problem liegt aktuell darin:
    1. Die chronische Nebenhöhleninfektion wird wohl durch den Oberkiefer (chronische Infektion!) quasi durch einen Fistelgang verursacht.
    2. Bisher wurden zwei verschiedene Keime (Nasenabstriche!) in jeweils 2 verschiedenen Laboren diagnostiziert:
    Staphylococcus aureus und Staphylococcus epidermis
    (Merkwürdig ist, dass alle beide Keime im Antibiogramm auf genau dieselben 5 Antibiotika resistent sind! Ich vermute, dass ein Labor da nicht die korrekte Diagnostik bzw. Bestimmung des Keims falsch gemacht haben???)
    Frage dazu:
    Wie kann ich denn mit tatsächlich korrekten Untersuchungen den pathogenen Keim diagnostizieren lassen? Urin-Diagnostik? Wie heißt diese Urin-Diagnostik auf Keime?
    3. An welche Ärzte sollte man sich dringend wenden, um eine gute Diagnostik zu bekommen? Ich habe nämlich genau dieselbe Ärzte-Odyssee hinter mir wie du! Allerdings habe ich mich nicht operieren lassen! 3 HNO-Praxen wollten innerhalb kürzester Zeit operieren! Wobei der letzte HNO-Arzt dann tatsächlich von einer OP „urplötzlich“ nichts mehr wissen wollte und er mich an einen Kieferchirurg und eine andere HNO-Abteilung in einer Klinik verwiesen hat.

    Da es sonst zu unübersichtlich wird, schreibe ich noch einen weiteren Beitrag mit weiteren Fragen.

    Schöne Grüße

    #5175
    Ron
    Teilnehmer

    Hallo Markus,
    Frage: Wie heißt denn diese Creme ?
    Dabei bin ich auf eine Creme gestoßen, die bspw. in den Niederlanden verkauft wird und Endolysine gegen Staphylococcus aureus enthält, die von Bakteriophagen produziert werden.

    Deine Aussage:
    Der Vorteil ist, dass gegen das Endolysin wohl keine Resistenzen zu erwarten sind, im Gegensatz zu den Bakteriophagen, die diese produzieren.
    Frage dazu:
    Woher nimmst du an, dass „Resistenzen“ gegen die Bakteriophagen möglich sind?
    Gibt es dazu irgendwelche Berichte oder wissenschaftliche Ergebnisse?

    Übrigens, mich wundert auch das es nicht viel mehr HNO-Ärzte, Lungenfachärzte und Mediziner für Infektionskrankheiten gibt? Denn Infektionskrankheiten insbesondere über die Atemwege sind doch logischerweise die „besten einfachsten Einfallstore“ beim Menschen!!!
    Und warum untersuchen diese Mediziner nicht grundsätzlich auf Infektionen???
    Das Minimum in der Diagnostik müssten doch Nasen- und Rachenabstriche sein?!?

    Beste Grüße

    #5176
    Martin
    Verwalter

    Hallo Ron,
    Mit Phagen könntest du hier evtl auch Erfolg haben. Siehe meinen Beitrag zu Nasennebenhöhlen Entzündungen. LG Martin

    #5182
    Titine
    Teilnehmer

    Hallo,
    ich habe genau das gleiche Problem wie MarkusP nur ohne OP der Nase. Ich hatte OP am Knie in Allgemeinanästhesie Tubus im Hals auch Nase usw.
    Bein mir auch, ich mache die gleiche Arzt-Odysee mit wie ihr, eine Reihe Ärzte, Mediziner, Lungenärzte, HNO, Endoskopie, Röntgen-Thorax alles durch, aber man findet nichts. Dann hatte ich auch schon mehrere Abstriche in Nasen-Rachen in 2 verschiedenen Laboren. Der Eine diagnostizierte Staphylococcus aurus, der Andere Streptococcus viridanis und mitis (mitis Viridans Gruppe, d. h. Vergrünende) und Staphylococcus epidermis für Häute, können aber auch SCHLEIMHÄUTE innerlich verursachen. Das ALLES sind grampositive Kokken der „physiologischen Flora der oberen Luftwege“, wie das Labor das gerne nennt und, dass ALLE LEUTE das Gleiche hätten und dies völlig normal sei. Das nicht so, denn die meisten Leute sind NEGATIV getestet. Und für eine OPERATION MUSS MAN NEGATIV SEIN !
    Diese Infektionen sind gravierend, denn sie verursachen schlimme Atemwegsinfekte mit Lungenentzündungen.

    Bei mir wird der Infekt genau wie bei Markus im Nasen-Rachenraum Bereich gebildet und tropft hinter der Nase runter. Meine Nase ist morgens verstopft begleitet morgend und besonders abends, nachts mit Husten einer pfeifenden Bronchitis besonders beim Ausatmen.
    Ich habe jetzt laut Antibiogramm 3 Antibiotika durch mit Cefurax dann Vancomycin dann Cotrim forte 960 mg angefangen. Es ging zwar anfangs weg, kam aber nach auch ca. 1 Woche wieder sobald diese Produkte aus dem Körper waren. Das Labor fängt an zu glauben, dass es genetisch bedingt ist, das kann aber nicht sein, da ich das VOR der OP gar nicht hatte und werde es nicht mehr los !
    Heute stelle ich fest, dass diese Antibiotikas sehr gut für teilweise Rachen besonders für Lunge hilft, aber NICHT für Nasen-Rachen Bereich und ich nicht mehr weiss was zu tun ist. Auch verschiedene Nasen-Salben habe ich hinter mir, nichts hilft wirklich – es lindert, kommt aber sobald das Produkt abgesetzt wird und aus dem Körper raus ist wieder.

    Für die, die nicht wissen, was für Untersuchungen notwendig sind um die Keime dieser Art festzustellen :
    – Nasenabstrich = 1 Stäbchen ;
    – Rachenabstrich = 1 Stäbchen ;
    – Sputum = in ein steriles Plastik-Röhrchen (bekommt man im Labor) aus tiefster Lunge/Rachen spucken (das ist das Beste, weil es vom unteren Rachen praktisch aus dem Schleim der Lunge kommt. Mundspeichel reicht da nicht, es muss vom tiefsten Inneren des Halses kommen, je schleimiger desto besser. Röhrchen vorher besorgen, Sputum darf höchstens 1-2 Tage haben, 3 Tage löst sich der Schleim auf, er wird flüssig, die Bakterien bleiben, aber das Ergebnis der Kokken verfälscht sich (hab ich mitgemacht).
    VORSICHT :
    1. Für Nase und Rachen je 1 Stäbchen extra. Nicht NUR 1 Stäbchen nehmen (wie Internet schreibt), denn wenn das gleiche Stäbchen erst in der Nase und dann in den Rachen geschmiert wird oder umgekehrt ist der Infekt automatisch an anderer Stelle weitergegeben !
    2. Auch nicht NUR 1 Stäbchen in Nase hoch und dann hinten in den Rachen runterfahren, der Infekt ist dann automatisch von der infizierten Nase im Rachen und geht weiter in die Lunge = verursacht dann Lungen-Atemwegsinfektionen wie Viren, die in Wirklichkeit die Kokken sind und RS-Virus IGG-A EIA oder anderes darstellen !
    3. Auch nicht den Abstrich mit 1 Stäbchen vom Mund dann Rachen dann Lunge machen, der Infekt von Mund-Rachen geht automatisch weiter in die Lunge (man wird krank !).
    4. im Blut = um Sepsis, Blutvergiftungen, Wundheilungsstörungen zu vermeiden. Im Blut müssten diese Kokken nachweisbar sein ! (mein Labor macht es nicht, also ein Anderes suchen !)

    = Urin-Test und Haut-Abstriche halte ich für diesen Fall für unnütz, weil die Infekte in Hals, Nase und obere Luftwege, Lunge sind (wir wollen ja nicht die Haut testen !). Für die Haut hilft nur waschen sowie die Kleider und alles was berührt wutde !

    Da ich bald eine NEUE OP haben werde wieder am Knie verursacht durch schweres Zugunglück als Kind, möchte ich auch bitte wissen, was Markus schreibt :
    …“auf eine Creme gestoßen, die bspw. in den Niederlanden verkauft wird und Endolysine gegen Staphylococcus aureus enthält, die von Bakteriophagen produziert werden. Eigentlich soll diese Creme bei Neurodermitis, Rosazea oder Akne verwendet werden, wenn sich aufgrund der wiederkehrenden Infektion mit S. aureus Ekzeme bilden.
    Ich habe mir diese Creme besorgt (kann man im Internet bestellen) und mehrmals täglich tief in die Nase geschmiert. Nach etwa einer Woche war ich schmerzfrei.
    UND KOPIE VON RON :
    Deine Aussage von Markus P :
    Der Vorteil ist, dass gegen das Endolysin wohl keine Resistenzen zu erwarten sind, im Gegensatz zu den Bakteriophagen, die diese produzieren. ?

    Mich interessieert bitte was Markus schreibt :
    Wie heisst bitte die Creme, die in den Niederlanden verkauft wird und Endolysine gegen Staphylococcus aureus enthält, die von Bakteriophagen produziert werden ? Eigentlich soll diese Creme bei Neurodermitis, Rosazea oder Akne verwendet werden, wenn sich aufgrund der wiederkehrenden Infektion mit S. aureus Ekzeme bilden.
    Ich habe mir diese Creme besorgt (kann man im Internet bestellen) und mehrmals täglich tief in die Nase geschmiert.
    Mein Infekt habe ich jetzt fast 2 Jahre und kann dadurch nicht neu operieren und habe Schmerzen im Knie ! Bitte DRINGEND UM HILFE !!!
    Wie heisst diese Creme und wo bekomme ich sie ? Bitte Link mailen ?

    Hoffe, dass mein Schreiben hier was bringt ?! VIELEN DANK, Beste Grüsse,
    Titine

    #5195
    Ron
    Teilnehmer

    Übrigens zum Thema Creme mit Endolysine (Enzyme) gegen Staphylococcus aureus:
    Folgende Frage dazu:
    Helfen Inhalationen mit BakterioPhagen besser wie eine Behandlung mit einer Creme oder Gel mit den Endolysinen?
    In beiden ist ja der Wirkstoff zur Heilung von bakterieller Infektionen vorhanden!
    Und scheinbar sind es dieselben Wirkstoffe (Wirkstoff der BakterioPhagen ein Enzym)!
    Oder doch nicht?
    Fakt ist: Es helfen beide Präparate!
    Nur … welches hilft denn in der Anwendung und Schnelligkeit am besten?

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