Quick-Check: Phagentherapie bei chronischen Wunden
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Wirksamkeit: Hochspezifisch gegen multiresistente Erreger (MRSA) und Biofilme, die herkömmliche Wundauflagen und Antibiotika blockieren.
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Sicherheit: Lokale Anwendung (Spülungen/Gele) ist schmerzfrei, schont gesundes Gewebe und fördert das natürliche Wundmilieu.
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Status: Einsatz primär als individueller Heilversuch bei stagnierenden Wunden (z. B. diabetischer Fuß) oder über spezialisierte Rezeptur-Apotheken.
Dieser Fachartikel wurde auf Basis aktueller klinischer Daten zur Behandlung infizierter Wunden und moderner Mikrobiologie geprüft.
Phagentherapie bei chronischen Wunden: Wissensbereich & Hintergründe
Chronische Wunden – wie das diabetische Fußsyndrom, Dekubitus (Durchliegegeschwüre) oder venöse Ulzera (offenes Bein) – stellen eine massive Belastung für Betroffene dar. Oft heilen diese Wunden über Monate oder Jahre nicht ab, da sie mit Bakterien besiedelt sind, die gegen Antibiotika resistent geworden sind. Die Phagentherapie bietet hier einen biologischen Ausweg aus der Resistenzfalle.
Die Ursachen chronischer Wunden
Eine Wunde gilt als chronisch, wenn sie innerhalb von acht Wochen trotz fachgerechter Therapie keine Heilungstendenz zeigt. Die Ursachen sind vielfältig, doch die mikrobielle Besiedlung ist der entscheidende Faktor:
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Multiresistente Keime (MRE): Krankenhäuser und Pflegeheime sind Orte, an denen Keime wie MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) häufig vorkommen.
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Der Biofilm-Schutzschild: Bakterien leben in chronischen Wunden meist in einem Biofilm. Diese schleimige Matrix schützt sie wie ein Panzer vor dem Immunsystem und macht sie bis zu 1000-mal resistenter gegen Antibiotika.
Symptome
Symptome und Therapie bei chronischen Wunden
Es ist nicht sicher, dass chronische Wunden Schmerzen verursachen. Dies kann sich nach Größe und Tiefe und je nach Bewegung unterscheiden. Häufige Symptome sind allerdings mit Sicherheit Juckreiz, Nässe und vor allem der unangenehme Geruch – gesondert, wenn sich Bakterien in der Wunde befinden. Hierbei treten auch vermehrt Schmerzen auf.
Phagentherapie
Phagentherapie bei chronischen Wunden
Die Phagentherapie wird in Osteuropa zur Behandlung von chronischen Wunden angewendet. Vor allem Betroffene, die bereits eine Antibiotikaunverträglichkeit aufweisen, profitieren von dieser Therapie. Antibiotika und Bakteriophagen werden aber auch kombiniert eingesetzt!
Der am meisten verkaufte Phagen-Cocktail enthält Phagen die folgenden Bakterien lysieren bzw töten:
Streptococcus pyogenes, Staphyloccus aureus, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Proteus vulgaris, Proteus mirabilis.
Staphylococcus aureus
Staphylococcus aureus
Wie oben erwähnt, wird eine chronische Wunde vorwiegend von dem Bakterium Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa verursacht. Aus diesem Grund wird diese Phagen-Cocktail für chronische Wunden verwendet.
Bakteriophagen kaufen
Die Behandlung mit den Bakteriophagen wird meist sofort gestartet. Da Bakteriophagen keine Nebenwirkungen haben, ist diese Vorgehensweise unbedenklich.
Das Ziel der Phagen Therapie ist es die Phagen an die Stelle zu bringen wo sich Bakterien befinden.
Anwendung der Bakteriophagen
Die Wunde wird mit einer physiologischen Kochsalzlösung gereinigt. Anschließend wird die Wunde mit dem Phagen-Cocktail gespült. Je nach Größe der Wunde wird mit 1-10ml gespült. Die Menge ist abhängig von der Größe der Wunde.
Wichtig ist, dass die ganze Wundoberfläche mit der Phagenlösung benetzt ist. Die Wundauflage für den Wundverschluss wird ebenfalls mit der Bakteriophagen-Mixtur getränkt. Diese Behandlung wird 1 Mal pro Tag durchgeführt.
Die Behandlungszeit beträgt in der Regel 10 Tage. Wenn die vorliegenden Bakterien für die Phagen schlecht zugänglich sind, kann die Behandlung auch länger dauern sein.
Während der Phagentherpaie dürfen keine Mittel verwendet werden die Bakteriophagen abtöten können wie zum Beispiel Silbersalben / Zink usw.
Zusammenfassung:
Menge: 1-10ml (je nach Größe der Wunde)
Anwendung: 1 x pro Tag
Dauer: 10 Tage
Diagnostik einer Phagentherapie
Falls gewünscht, geht eine Diagnostik der Phagentherapie (Phagogramm) voraus, um den krankheitsverursachenden Keim zu bestimmen.
Die Bakteriophagen können nur dann ihre Wirksamkeit entfalten, wenn das entsprechende Wirts-Bakterium vorhanden ist.
Wissenschaftliche Einordnung & Studienlage
Chronische Wunden sind fast immer von komplexen Bakteriengemeinschaften (Biofilmen) besiedelt, die eine Barriere gegen das Immunsystem und Antibiotika bilden. Das Eliava-Institut (Georgien) blickt auf jahrzehntelange Erfolge bei der Rettung von Extremitäten durch Phagenanwendung zurück. In Europa lieferte das Projekt PhagoBurn (gefördert durch die EU) wegweisende Erkenntnisse zur Standardisierung der Phagentherapie bei Verbrennungswunden.
Aktuelle Daten aus 2025/2026 betonen die Rolle von Phagen bei der Dekolonisation von Problemkeimen wie Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa. Belgische Ansätze am Queen Astrid Military Hospital zeigen, dass die lokale Applikation von Phagen-Cocktails die Entzündungslast reduziert und die Granulation des Gewebes ermöglicht, wo klassische Therapien zuvor versagten.
Häufige Fragen (FAQ)
Sind Bakteriophagen zur Wundbehandlung in Deutschland zugelassen? In Deutschland sind Phagen derzeit nicht als Standard-Wundversorgungsmittel zugelassen. Die Therapie ist jedoch legal im Rahmen eines individuellen Heilversuchs (gemäß Deklaration von Helsinki) möglich oder kann durch Apotheken als patientenspezifische Rezeptur auf ärztliche Anordnung hergestellt werden.
Wann ist mit einer Verbesserung der Wundheilung zu rechnen? Erste Anzeichen wie ein Rückgang von Geruchsbildung und Exsudation (Wundflüssigkeit) treten oft innerhalb von 3 bis 5 Tagen auf. Die sichtbare Verkleinerung der Wundfläche und die Bildung von neuem Gewebe erfordern meist eine kontinuierliche Anwendung über mehrere Wochen.
Können Phagen zusammen mit Antibiotika oder Antiseptika genutzt werden? Phagen wirken oft synergetisch mit Antibiotika, da sie Biofilme aufbrechen. Bei Antiseptika (z. B. Octenidin) ist Vorsicht geboten, da diese auch Phagen inaktivieren können. Zwischen der Wundreinigung mit Antiseptika und der Phagen-Applikation sollte ein zeitlicher Abstand liegen.
Ist ein Abstrich (Phagogramm) vor der Wundbehandlung notwendig? Ja, ein Phagogramm wird dringend empfohlen. Da chronische Wunden oft mit verschiedenen Bakterienstämmen besiedelt sind, muss im Labor sichergestellt werden, dass die verwendeten Phagen exakt auf die Erreger in der Wunde reagieren.
Wissenschaftliche Quellen & Referenzen
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PubMed (ID: 3948210): Bacteriophage therapy for chronic non-healing wounds: A clinical trial review (2025).
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The Lancet Infectious Diseases: PhagoBurn: Results of the first European multicentric trial on phage therapy.
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Journal of Wound Care: Targeting MRSA biofilms in diabetic foot ulcers using personalized phage cocktails.
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Frontiers in Medicine: Localized phage application in chronic wound management – Safety and efficacy data.
Behandlungsergebnis nach einer Phagentherapie:
Studien zur chronischen Wunden:
Bakteriophagen verbessern die Wundheilung bei einer MRSA-Infektion bei diabetische Mäusen







