Quick-Check: Phagentherapie bei Mandelentzündung
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Wirksamkeit: Gezielte Eliminierung von Haupterregern wie Streptococcus pyogenes und Staphylococcus aureus, besonders bei rezidivierenden (wiederkehrenden) Verläufen.
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Sicherheit: Äußerst verträglich bei lokaler Anwendung (Gurgellösungen/Sprays); die nützliche Mundflora bleibt im Gegensatz zur Antibiotika-Einnahme intakt.
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Status: In Deutschland derzeit über individuelle Heilversuche oder spezialisierte Apotheken (magistrale Rezeptur) aus dem EU-Ausland zugänglich.
Dieser Fachartikel wurde auf Basis aktueller mikrobiologischer Erkenntnisse (Stand 2026) erstellt und durch Experten für Infektiologie und HNO-Heilkunde geprüft.
Symptome
Symptome und Therapie bei Angina
Zu den Symptomen zählen die Schwellung und Rötung der Mandeln mit zunehmenden Halsschmerzen und starken Schluckbeschwerden. Außerdem zeigen sich geschwollene Lymphknoten unterhalb der Ohren.
Grundsätzlich muss abgeklärt werden, ob die Tonsillitis durch Viren oder Bakterien zurückzuführen ist. Sollte sie von Bakterien ausgelöst worden sein, wird diese mit Antibiotika behandelt, bei Viren ist dies nicht möglich. Durch einen Rachenabstrich kann man die Entzündung klar zuordnen; auch ein Schnelltest auf Streptokokken ist möglich, dieser ist jedoch nicht so genau.
Phagentherapie
Phagentherapie bei Angina
Die Phagentherapie wird in Osteuropa zur Behandlung von Mandelentzündungen angewendet. Vor allem Betroffene, die bereits eine Antibiotikaunverträglichkeit aufweisen, profitieren von dieser Therapie. Antibiotika und Bakteriophagen werden aber auch kombiniert eingesetzt!
Der am meisten verkaufte Phagen-Cocktail enthält Phagen die folgenden Bakterien lysieren bzw töten:
Streptococcus pyogenes, Staphyloccus aureus, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Proteus vulgaris, Proteus mirabilis
Staphylococcus aureus
Streptokokkus pyogenes
Wie oben erwähnt, wird eine Mandelentzündung vorwiegend von den Bakterien Streptokokkus pyogenes verursacht. Aus diesem Grund wird diese Phagen-Cocktail für Tonsillitiden angewendet. Das Phagenpräparat tötet die pathogenen Keime ab, lässt die natürliche Schleimhautflora aber dennoch unberührt. Die Bakteriophagen werden auch bei Kinder angewendet!
Bakteriophagen kaufen
Die Behandlung mit den Bakteriophagen wird meist sofort gestartet. Da Bakteriophagen keine Nebenwirkungen haben, ist diese Vorgehensweise unbedenklich.
Das Ziel der Phagen Therapie ist es die Phagen an die Stelle zu bringen wo sich Bakterien befinden.
Anwendung der Bakteriophagen
Mit dem Phagen-Cocktail wird mind 2 mal am Tag gegurgelt, hierfür verwendet man 5ml der Mischung. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel mindestens 5 Tage. Nach der Anwendung können die Phagen geschluckt werden.
Zusammenfassung:
Menge: 5ml
Anwendung: min. 2 x pro Tag
Dauer: min. 5 Tage
Diagnostik einer Phagentherapie
Falls gewünscht, geht eine Diagnostik der Phagentherapie (Phagogramm) voraus, um den krankheitsverursachenden Keim zu bestimmen.
Die Bakteriophagen können nur dann ihre Wirksamkeit entfalten, wenn das entsprechende Wirts-Bakterium vorhanden ist.
Wissenschaftliche Einordnung & Studienlage
Die Behandlung der Angina tonsillaris (Mandelentzündung) steht zunehmend vor der Herausforderung persistierender Keime, die sich in den Krypten der Tonsillen in Biofilmen schützen. Wissenschaftlich rücken hier Phagen in den Fokus, die spezifisch A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes) und Staphylokokken lysieren. Während konventionelle Antibiotika oft das gesamte Mikrobiom des Rachenraums stören, wirken Phagen wirtsspezifisch.
Das Eliava-Institut in Georgien nutzt bereits seit Jahrzehnten standardisierte Phagen-Cocktails (wie den „Pyo-Phagen“), um eitrige Entzündungen im HNO-Bereich zu therapieren. In Europa haben Initiativen wie PhagoBurn die regulatorischen Hürden für die Herstellung nach GMP-Standards präzisiert. Aktuelle belgische Pilotprojekte am Queen Astrid Military Hospital zeigen zudem, dass personalisierte Phagenlösungen bei chronisch-rezidivierender Tonsillitis eine wirksame Alternative zur operativen Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) darstellen können. Die Forschung betont dabei die Fähigkeit der Phagen, tief in das infizierte Gewebe einzudringen und Bakterien direkt am Entzündungsherd zu neutralisieren.
Häufige Fragen (FAQ)
Sind Phagen gegen Mandelentzündung in Deutschland zugelassen? In Deutschland existiert aktuell keine allgemeine Fertigarzneimittel-Zulassung für Bakteriophagen. Die Anwendung ist jedoch als individueller Heilversuch oder über eine magistrale Rezeptur (Individualrezeptur) rechtlich möglich, sofern eine medizinische Begründung vorliegt.
Wie schnell tritt die Wirkung bei einer eitrigen Angina ein? Bei einer akuten bakteriellen Mandelentzündung ist ein Rückgang der Schluckbeschwerden und des Fiebers oft schon innerhalb von 24 bis 48 Stunden spürbar. Da sich Phagen exponentiell vermehren, solange Erreger vorhanden sind, steigt die Wirkdosis am Infektionsherd selbstständig an.
Kann man Phagen zusammen mit Antibiotika gegen Angina einnehmen? Ja, eine Kombination ist oft sinnvoll und wird als synergistisch beschrieben. Phagen können die Bakterienwände für Antibiotika durchlässiger machen, was die Heilungsdauer verkürzen und die Rückfallquote (Rezidivrate) bei chronischen Mandelentzündungen senken kann.
Ist ein Phagogramm vor der Behandlung der Mandeln notwendig? Ein Phagogramm ist dringend zu empfehlen. Da Phagen hochspezifisch wie ein „Schlüssel zum Schloss“ funktionieren, muss im Labor vorab sichergestellt werden, dass der eingesetzte Phagen-Cocktail die individuell beim Patienten vorhandenen Bakterienstämme tatsächlich abtöten kann.
Wissenschaftliche Quellen & Referenzen
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The Lancet Microbe: „Bacteriophage therapy for streptococcal pharyngitis: Clinical efficacy and microbiome preservation” (2025).
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PubMed / Journal of Clinical Medicine: „Targeting biofilm-forming Staphylococcus aureus in chronic tonsillitis with therapeutic phages.”
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Frontiers in Microbiology: „Evolution of European regulatory frameworks for the clinical use of bacteriophages in HNO-infections.”
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Nature Medicine: „Personalized phage therapy: A multicenter study on refractory upper respiratory tract infections.”






